Biodiversität statt Kahlschlag – Mutter Natur statt Rodung bei Rußrindenkrankheit

Immer wieder kranke Bäume. Folge der aktuellen Rußrindenkrankheit: Kahlschlag und Erosionsgefahr. Hamburger Gelbwesten informierten sich und fragen nun: Warum sperrt man nicht langfristig ab, um den kranken Wald Mutter Natur zu überlassen? Mit ihrer Forderung sind sie nicht alleine. Später mehr dazu.

Symbolfoto

„Nur 0,1 Prozent der Waldfläche sei von Ahornarten besiedelt. Das könnte sich angesichts des Klimawandels aber ändern“, Zitat Gießener Allgemeine. Tatsache ist, dass vermehrt Rodungen deutschlandweit und darüber hinaus auffallen.
Im Internet riefen die entsetzten Gelbwesten spontan dazu auf, Fälle von Baum-Rodungen fotografisch zu dokumentieren und Links zu Pressebeiträgen zu schicken. Wegen ihrer Anfangs-Skepsis mit Blick auf 5G wurden sie seitens linker Waldschützer als Nazis diffamiert. Die an solchen Kummer gewöhnten Hamburger Gelbwesten recherchierten weiter. Sie fanden einen alternativen Lösungsansatz, was angesichts des erschreckenden Ausmaßes ein wahrer Silberstreifen am Horizont sein könnte.

Allein in Lich wurden 30tausend Bäume gefällt, zum Schutz für die Gesundheit des Menschen, heißt es. Es gibt Leute, die das für einen Vorwand halten, um die Voraussetzungen für die flächenhafte Verbreitung von 5G zu schaffen. Einer kommt hier viral zu Wort. Aber auch ganz emotionslos betrachtet, war das Ergebnis zumindest ernüchternd:

Rolf Kehr, ist einer von wenigen sogenannten Baumpathologen in Deutschland.
Er hat eine Professur für Arboristik (Arbor = der Baum) an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen. Er sagt, der Pilz sei eigentlich immer auf niedrigem Niveau vorhanden, aber: „Wenn Bäume allerdings unter Stress geraten – so wie im vergangenen, extrem heißen Sommer – dann führt das zu einer Epidemie. Der Pilz breitet sich übermäßig aus.“
https://www.mz-web.de/merseburg/russrindenkrankheit-warum-baeume-am-merse-center-auch-fuer-menschen-gefaehrlich-sind-32054316

Damit gaben wir uns nicht zufrieden.
Wir suchten weiter.

In der Presse ist im Grunde nur immer wieder die gleiche ernüchternde Aussage zu finden: Der Wald ist krank, für den Menschen gesundheitsgefährdend und muss daher gerodet und verbrannt werden.

Bevor wir dir unsere düstere „Presseschau“ fortsetzen, gehen wir der Frage nach:
Warum sperrt man diese Wälder nicht längerfristig ab, überlässt alles Mutter Natur, lässt dem Totholz Zeit, zu verrotten und  „Biotope“ und später auch einen neuen Wald entstehen zu lassen?

Das wäre sinnvoll, um einen Kahlschlag und eine Bodenerosion zu verhindern und Biodiversität zu erreichen.

Dabei stellen wir fest, dass bereits andere auf diese, offenbar wohl gar nicht so absurde Idee gekommen waren.
Wir zitieren (Verweise jeweils vor dem Textauszug):

https://www.waz.de/staedte/essen/umweltschuetzer-fordern-waelder-sich-selbst-ueberlassen-id11283842.html
In einer gemeinsamen Erklärung machen sich mehrere Naturschutzinitiativen für eine radikale Wende im Umgang mit Essens Wäldern durch den städtischen Eigenbetrieb Grün und Gruga stark. Nach „Ela“, dem verhängnisvollen Pfingststurm von 2014 biete sich die Chance innezuhalten und einen neuen Weg einzuschlagen. Es wäre nichts anderes als die Abkehr vom Konzept des so genannten naturnahen Erholungswaldes, das Grün & Gruga seit Jahren verfolgt und in den städtischen Wäldern umsetzt. (…)Geplant sei, den Anteil von Waldflächen, die sich selbst überlassen werden, zu erhöhen von derzeit sechs auf zehn Prozent. Den Initiativen geht das nicht weit genug. 

Ein Fachmann zur „Biodiversität“

Berthold Ort, zuständiger Forstdirektor im Landkreis Miltenberg im Interview mit „gruener-journalismus.de“ (PDF) :
https://gruener-journalismus.de/wp-content/uploads/2016/07/Lippke-zuru%CC%88ck-zu-den-Wurzeln.pdf


https://reset.org/knowledge/waelder-unsere-gruene-lunge
Auch lokal steht der Wald in enger Wechselwirkung mit dem Klima. Die Blätter der Bäume binden CO2 und liefern Sauerstoff.

Was nun folgt, ist die Fortsetzung unserer düsteren Presseschau.

Wir vermissen dabei die Recherchen der Journalisten nach möglichen Alternativen zur völligen Rodung und damit einhergehender Erosionsgefahr und dem Wegfall des Waldes unter andrem als Sauerstofflieferant.

https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/pflanzenschutzinfothek/ziergehoelze/laubgehoelze-schaeden-an-einzelnen-arten/acer-ahorn/russrindenkrankheit/
Die Rußrindenkrankheit wird durch den Pilz Cryptostroma corticale verursacht. Der Pilz stammt aus Nordamerika und ist seit 2006 erstmals in Deutschland bestimmt wurden. Er infiziert Bäume die durch  Wassermangel und/oder großer Hitze geschwächt sind. Die genaue Bestimmung dieses Pilzes ist nur mit Hilfe eines Mikroskops möglich, da an Totholz auch andere Pilze schwarze Beläge bilden können.

Hier kommt – als Einschub – auch ein Rodungsgegner zu Wort, „Odysseus“:

Odysseus im Video: 2003 befiel die Rußrindenkrankheit von Dürren geschwächte Bäume. 30T Bäume Ahornbäume in Lich gefällt. Odysseus hält die Krankheit für einen Vorwand. Revierförster: Befallene Bäume müssen vor Ort verbrannt werden. Andere transportieren sie per LKW, mit einer Plane abgedeckt. Ob das dicht ist…? Odysseus vermutet hinter dieser thermischen Entsorgung eine Beweisvernichtung. Er bezweifelt, dass es gerechtfertigt sei, einen ganzen Wald abzuholzen, wenn einzelne Bäume befallen sind. Mischwald aus Eiche, Kiefer und Tanne soll angepflanzt werden. Die Tanne ist für ihren Borkenkäferbefall bekannt. Innerhalb von 30 Jahren soll dann wieder ein „ordentlicher“ Wald herangewachsen sein. Das werden noch sehr kleine Bäume sein, kein Wald wie der gefallene. „Man wird euch immer Erklärungen liefern und alles läuft auf den Ausbau von 5G hinaus. Alles, was dem im Wege steht, wird entfernt. 5G sei eine kriminelle Technologie“, so Odysseus. – Fazit: Ein langatmiges Video (knapp 30 Minuten) voller Skepsis und verhaltener Wut. Beweise? Wer klug ist, schaut selbst nach.

Nochmals die Presse. Gießener Allgemeine:

https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Riesiges-Waldstueck-in-Lich-wegen-Seuche-gesperrt-Beschwerden-bei-Menschen-moeglich;art457,552884
Erstmals wurde die Rußrindenkrankheit in Deutschland vor über zehn Jahren nachgewiesen, wie die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt berichtet. In Hessen wurden 2009 die ersten Fälle bekannt. Nach Einschätzung von Hessenforst hat die Krankheit landesweit betrachtet eine geringe Bedeutung: Nur 0,1 Prozent der Waldfläche sei von Ahornarten besiedelt. Das könnte sich angesichts des Klimawandels aber ändern. Der trockene Sommer 2018 habe die Bäume geschwächt und so die Ansiedlung des Pilzes begünstigt, sagt Förster Heßler. 

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