Trends unumgänglich

Das Wort „Trend“ kennen wir insbesondere aus der Mode; Schlaghosen oder Karottenhosen, kurze oder lange Röcke… Aber damit unterschätzen wir ein Phänomen. Ein Trend bezeichnet einen Verhaltensindex oder sogar die Richtung eines Entwicklungsprozesses. Solche Werte-Entwicklungsverläufe, deren Langfristigkeit eine Variable ist, sind von der Zeit abhängig. Quelle: spektrum . de / lexikon / psychologie / trend / 15752.

Wir rennen, wenn wir mit der breiten Masse (im Mainstream) mitlaufen, einem Werte-Trend hinterher, der sich irgendwann verändern oder sogar in die entgegengesetzte Richtung umkehren wird.

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In einer dunklen Zeit, die wir längst überwunden glaubten, gab es nur wenige Menschen, die sich dem Zwang eines Werte-Trends entgegen stellten und den Preis dafür zahlten. Das endete erst, als die breite Masse plötzlich anfing, unter Todesangst Parteiabzeichen und Uniformen zu verbrennen. Ungefähr ein halbes Jahrhundert später erschuf die Hälfte der Republik das Wort vom „Wendehals“, während der Volksmund eine Metapher für jenes Phänomen schuf: Das sinnbildliche „Pendel, das stets von einem Extrem ins andere schlägt“. Mit der Zeit wurde dieses Bild langsam farblos.

Wie vermeide ich, in eine solche massenpsychologische Pendelbewegung hinein zu geraten?

Ich befreie mich zunächst von meiner Oberflächlichkeit, dann von meiner Bequemlichkeit, schließlich auch von meinem Freundes und Kollegenkreis, vielleicht sogar von meinem Arbeitsplatz, dann von der schönen Wohnung für meine Familie und mich, vielleicht sogar von meinen Kindern, die vor mir geschützt werden sollen… Ein Narr und Hitzkopf fragt sich hinterher mit nassen Augen, ob er diesen Weg gehen wollte.

Gibt es denn auch Menschen, die gerade noch rechtzeitig einen eventuellen dritten Weg finden können?

Ja, es gibt sie. Aber dieser Weg ist vermutlich versperrt. Am Fuße dieses Weges stehen Reklametafeln, Verbotsschilder und viele streitende, davon manche sich sogar gegenseitig umbringen wollende Menschen. Am Anfang dieses Weges treffen heldenhafte Rebellen aufeinander. Es sind die hitzköpfig gegen den Strom schwimmen wollenden und die nicht weniger fanatisch diesem irren Hauptstrom der Menschen folgen wollenden Helden. Zudem befinden sich auch die Verlorenen, die Verstoßenen, die Entwurzelten so wie die Verratenen und Verkauften am Fuße dieses Weges.
Werden sie sich, wie schon so oft in der Vergangenheit, anbrüllen? Wird ein Pöbel den anderen mit dem Knüppel erschlagen? Ist dieses immer wiederkehrende böse Spiel unumgänglich? Oder werden sie sich dieses Mal ansehen und sich wie Brüder in die Arme nehmen? Werden sie gemeinsam auf den schmalen, seitlich abzweigenden Weg gehen, um dem enormen Schwung des Pendels des Verderbens endlich zu entkommen?

„Mein lieber Sohn“, sprach die Mutter, „ich will dich leben sehen. Ich will nicht um dich weinen müssen. Ich liebe dich. Weißt du denn nicht, wie schön du bist, in all deinen Farben?“.

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